Goethemeinfreude

Verleger

VERLEGER Der heutige großartige Schriftsteller ist doch von seinem Verleger nicht mehr ausgelastet. Der Verleger hält die Menge der gelieferten Produkte doch konstant niedrig. Warum? Das ist schnell erklärt. Wir erleben, sobald der Schriftsteller gestorben ist, kommt jedes, auch nur auf eine Serviette gekritzelte Wort, auf den Markt. Hier beginnt die eigentliche Größe des Schriftstellers. Der große Verleger macht seine Geschäfte nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten. Das ist verständlich, gut und richtig. Aber was soll dann das ganze Gerede vom Verleger, der ja seinen Schriftsteller pflegt, der für die Kunst da ist, der ihn beschützt. Für den Verleger ist Kunst ein Fremdwort. Kultur, alles was Kultur ist zählt. Ja vor was denn beschützt er ihn? Dein Vertrauen dem Drogisten. Der Verleger als Apotheker. Teure Preise und viel drumrum. Sagt er ihm: Nein, jetzt ist noch nicht die Zeit dazu, wenn sie erst mal unter der Erde liegen, dann bringen wir sie posthum ganz groß raus? Die große Aufbauarbeit beginnt erst, wenn das Werk abgeschloßen ist. Goethe war zuLebzeiten kein großes Geschäft. Heine und alle anderen auch nicht.

9.10.10 16:10

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen